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Traum von Honecker&Mielke: stille SMS & Internet-Flatrate
Der Trend ist erkennbar, die so genannte “stille SMS” wird immer mehr von bestimmten Behörden genutzt. Gulli.com und Golem.de haben ebenfalls dazu passende Artikel herausgebracht, die wesentlich besser ins Detail gehen.
Mit Hilfe stiller SMS können Behörden unbemerkt “Verdächtige” verfolgen bzw. schnell herausfinden, wo sich diese befinden. Ganz simpel ausgedrückt, es geht um die Ortung von Mobiltelefonen mittels einer SMS, die vom System als solche nicht gezeigt wird und daher dem Handy-Besitzer nicht klar ist, was grade passiert. Alles andere wäre ja auch sinnlos.
Dieses tolle Instrument der Staatssicherheit – oder wie auch immer man diese ganzen Apparate heute nennt – wurde, so stellt sich heraus, dieses Jahr extrem gerne benutzt. Gulli schreibt, dass “Statistiken des Zollkriminalamts” zeigen, dass in der ersten Hälfte von 2011 doppelt so viele “stille SMS” (227.587) verschickt wurden, als über das gesamte Jahr 2010.
Andrej Junko (Die Linke), der eine entsprechende Anfrage an die Regierung gestellt hat, sagt dazu:
Die mir vorgelegten Zahlen zur Nutzung sogenannter ‘Stiller SMS’ belegen deren ausufernde Nutzung durch Polizeien und Geheimdienste des Bundes. Besonders der rasante Anstieg dieser Maßnahmen durch Kriminalbehörden des Finanzministeriums ist bedenklich.
Soviel dazu – jetzt muss dazu erwähnt werden, dass diese Zahlen sicherlich nicht alles aufzeigen. Wir wollen vermutlich gar nicht wissen, was unsere Geheimdienste noch so alles abfragen. Das ganze wäre praktisch ein Paradies für Mielke und Honecker gewesen – wenn die gewusst hätten, was in ein paar Jahren technisch möglich ist. Man muss nur bedenken, dass früher die Stasi jedes Haus verwanzen musste, ein extremer Aufwand. Wanzen, Kabel legen, Freunde als “IM” einstellen. Und heute?
Alles nicht mehr nötig, die Wanze holt sich der Bürger mit Vergnügen selbst ins Haus. Kabel legen? mobilFUNK.
Und das wirklich ironische ist doch, dass das ganze ein Scheiß dagegen ist, was außerdem möglich ist. Stichwort Carrier IQ. Ortsbestimmung via Funkzelle – das ist Oldschool. Heute trägt jeder freiwillig einen GPS-Empfänger bei sich. Das ist präzise. Mikrofon und Kamera sind praktischerweise auch im GPS-Empfänger – eine Minderheit nennt die Dinger auch “Smartphone” – integriert. Dank Internet-Flatrate von O2, Base und Telekom und Dauerverbindung zu Facebook und Co. ist flächendeckende Überwachung absolut kein Problem mehr.
Realität mal bei Seite. Kommen wir zum technischen Aspekt, der mich hier besonders interessiert. Stille SMS. Wird da nicht im Endeffekt in der Software o.ä. registriert, dass so eine “stille SMS” empfangen wird. Warum gibt es keine Custom-ROMs, die so etwas anzeigen, wenn man es schon nicht verhindern kann.
Die ganze Geschichte mit Überwachung etc. läuft in eine ganz falsche Richtung – das sehe ich, wie viele andere auch. Aber irgendwie etwas dagegen tun kann man nicht. Dazu hat man aber auch eigentlich (noch) keinen Grund. Schließlich geht es uns ja auch (noch) gut, niemand muss hunger leiden, jeder darf seine Meinung äußern, der Wirtschaft und der Währung geht es blendend. Erst wenn die Leute die Schnauze voll haben, dann passiert was. Daher: Chillen und Warten & natürlich versuchen, nicht im Gefängnis der Staatssicherheit zu landen.
Wartet mal ab, bis SOPA und Co. mit coolem neuen Namen nach Europa kommen, ACTA hier endlich durchgesetzt wird, die Vorratsdatenspeicherung läuft wie eine eins. Dann wird es erst richtig schön flauschig gemütlich und dann werden auch endlich Honecker und Mielke im Grab wieder eine grinsendes Gesicht machen können.
Wer Ironie, Sarkasmus und grenzenlose Überzieheung findet, darf sie behalten & natürlich ist das hier nur ein persönlicher kleiner Kommentar. Und ja, dieser Artikel wurde mit Absicht in der Kategorie “Zukunft” abgelegt.
Ergänzungen und Kommentare sind noch im Rahmen der Meinungsfreiheit, ich weiß aber nicht wie lange, erlaubt und erwünscht.
UPDATE: Ein wenig Selbstironie bzw. “FAIL” – Danke an GOOGLE ADSENSE:
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